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Hans Herkommer, St. Ingbert, Wohnhaus des Malers Fritz Helmut Becker, Ende 1920er Jahre. Foto: Institut für Landeskunde

Hans Herkommer, St. Ingbert, Wohnhaus des Malers Fritz Helmut Becker, Ende 1920er 

St. Ingbert (Mitte), Wohnhaus Becker

In St. Ingbert steht in der Kaiserstraße ein Wohnhaus, das der Architekt Hans Herkommer (Stuttgart) Ende der 1920er Jahre für den Maler Fritz Helmut Becker entwarf. 

 

Eingebunden in eine lange Straßenflucht erweckt der kubische Bau mit dem ortsüblichen hohen Walmdach kaum Aufmerksamkeit. Er ist zum Garten hin durch einen hohen Baukubus erweitert. Eine Bruchsteinmauer grenzt das Grundstück zur Straße ab. Sie verschmilzt übergangslos mit dem schweren, massiven ebenfalls aus Bruchsteinen gemauerten Gebäudesockel. Scheinbar nur ein Sockel, bildet er dennoch das Erdgeschoss des Hauses.

 

Den regionaltypischen Sockel vergrößert Herkommer ins Monumentale. Durch diese Konstruktion wirkt der Bau breiter, gewinnt Massivität. Kontrastierend erhebt sich darüber das verputzte, zierlich wirkende Obergeschoss als leichtes Gebilde. Der Gegensatz von derbem, rauen Stein und glattem, feinen Putz regt den Tastsinn an und trägt zur sinnlichen Aufnahme eines Bauwerkes bei – wie es die expressionistisch beeinflusste Architekturströmung forderte. Dass Herkommer hier ganz in derem Sinne baut, zeigen auch das spitzbogige Tor, aus glatter Wand hervorstoßende Bauteile, ein spitzer Kragstein, der den Dreieckserker mit farbigen Glasfenstern im Obergeschoss in die Straßenflucht hineindringen lässt. Wie der Erker sind auch die Fenster asymmetrisch angeordnet, durchbrechen die Hausfronten dort, wo sie für die inneren Funktionen benötigt werden.

 

Marlen Dittmann

 

Bibliografie

  • Marlen Dittmann: Die Baukultur im Saarland 1904-1945. Saarbrücken 2004, S. 32-33 (Saarland-Hefte 3, eine Veröffentlichungsreihe des Instituts für Landeskunde im Saarland)

 

Redaktion: Oranna Dimmig, Claudia Maas

letzte Änderung: Sonntag, 11.12.2011